SW-Herren steigen nach dramatischer 4:5-Niederlage aus der Oberliga ab
Spannendes Punktspiel in Rotenburg endet unglücklich / Weg der Mannschaft wird weitergehen
km.- Am vergangenen Samstag stand für die Oberliga-Herren des SC SW Cuxhaven das letzte und entscheidende Saisonspiel um den Klassenerhalt in Rotenburg an. In einem dramatischen Spiel unterlagen die Cuxhavener sozusagen mit dem letzten Ballwechsel unglücklich mit 4:5 und müssen dadurch den direkten Wiederabstieg in die Landesliga hinnehmen.
Im Finale um den Klassenerhalt in Rotenburg hieß es "alles oder nichts". Während der Gewinner ein weiteres Jahr in der Oberliga spielen darf, geht es für den Verlierer im Jahr 2012 in der Oberliga weiter. Nach jeweils drei Niederlagen gegen die starken Teams vom Club zur Vahr, TV Bremen Ost und TC Lingen BW wollten sowohl die Rotenburger als auch die Cuxhavener im letzten Saisonspiel den Klassenerhalt perfekt machen. Während die Rotenburger eigentlich um die Aufstiegsplätze mitspielen wollten, planten die Cuxhavener seit Saisonbeginn mit einem harten Kampf um den Klassenerhalt. Die Rotenburger setzten dabei neben ihren starken Eigengewächsen auf Dennis Woerts aus dem Bezirk Hannover sowie auf den Italiener Manuel Schütt, der seit zwei Jahren zu jedem Spiel im Sommer aus Italien eingeflogen wird. Die Favoritenrolle lag nicht zuletzt aufgrund der 0:6-Niederlage im vergangenen Winter im direkten Duell bei den Rotenburgern. Die Cuxhavener musste im Abstiegsendspiel auf Ralf Hagen und Marcel Kolbenstetter verzichten. Zusätzlich waren die Einsätze von Stefan Bruns und Marc Brenning aufgrund grippaler Infekte bis kurz vor Spielbeginn fraglich, beide meldeten sich jedoch am Samstagvormittag einsatzfähig. In der ersten Runde standen Daniel Reiß, Kai Mangels und Kevin Gabel auf dem Platz. Reiß traf auf den starken Italiener Manuel Schütt. Beide Spieler lieferten sich einen wahren Schlagabtausch und Reiß war der unbedingte Siegeswille im Abstiegskampf anzumerken. Nachdem der erste Durchgang mit 4:6 an den Italiener ging, konnte Reiß ebenfalls mit 6:4 den Satzausgleich herbeiführen. Im entscheidenden dritten Satz kassierte Reiß direkt zu Beginn ein frühes Break, welches bis zum Ende des Matches Bestand hatte. Mit 4:6,6:4,4:6 ging das Match trotz einer starken Vorstellung des Cuxhaveners an Rotenburg. Im zweiten Einzel unterstrich Mannschaftsführer Kai Mangels seine derzeitige gute Verfassung. Gegen den starken Tarik Burina, gegen den er bislang in zwei Duellen unterlegen war, lieferte Mangels eine taktische Meisterleistung ab. Immer wieder hielt Mangels den Ball im Spiel, arbeitete an der Grundlinie und zwang seinen Gegner zu Fehlern. Mit 7:6,6:1 holte Mangels zum Entsetzen der Rotenburger den ersten Punkt für die Cuxhavener. Parallel feierte Kevin Gabel sein Oberligadebut und kämpfte bravourös. Gegen den immer stärker werdenden Lars Rademacher musste er sich jedoch knapp mit 0:6,5:7 geschlagen geben. Somit ging es mit einem 1:2 in die zweite Einzelrunde. Hier bewies Christian Winter einmal mehr, warum er einer der absoluten Spitzenspieler der jeweiligen Ligen ist. Gegen Philipp Barautzki ließ Winter zu keiner Zeit Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen, siegte deutlich mit 6:3,6:3 und revanchierte sich gleichzeitig für die Niederlage gegen Barautzki aus dem vergangenen Winter. An Position fünf musste sich der etwas geschwächte Stefan Bruns der Hitze und dem sicheren Tennis seines Kontrahenten Dennis Woerts beugen. Bruns hatte zahlreiche Chancen, musste jedoch die entscheidenden Punkte dem Rotenburger überlassen. Nach über zwei Stunden Spielzeit ging das Match mit 2:6,2:6 an den Rotenburger. Somit lag es nun an Lars Viebrock, das erhoffte 3:3-Remis nach den Einzeln perfekt zu machen. Gegen einen sichtlich nervösen Semir Burina spielte Viebrock seine Routine und seine Klasse aus. Mit sicherem Sandplatztennis und sehr variablem Spiel aus weichen und druckvollen Schlägen brachte Viebrock seinen Gegner schier zur Verzweiflung und siegte verdient mit 7:6,6:3. Somit musste die Entscheidung in den Doppeln fallen. Das zweite Doppel Viebrock/Mangels konnte dabei nicht an die guten Einzelleistungen anknüpfen und unterlag trotz zahlreicher Chancen und Spielbälle mit 3:6,3:6 gegen Schütt/Rademacher. Parallel konnte das dritte Doppel Bruns/Brenning in einem wahren Kraftakt das eigene Doppel gegen Woerts/S. Burina gewinnen. Mit 4:6,6:3,6:3 wurde der Spannungsbogen weiter aufgebaut und die Entscheidung über Klassenerhalt oder Abstieg musste im letzten Doppel fallen. Zu diesem Zeitpunkt stand es im Spitzendoppel zwischen Winter/Reiß und Barautzki /T. Burina 2:6,6:3,2:2. Angetrieben von den über 100 Zuschauern aus Rotenburg entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit vielen Emotionen und spannenden Ballwechseln. Am Ende waren die Rotenburger die Glücklicheren und holten mit 2:6,6:3,3:6 den entscheidenden Punkt. Während die Rotenburger den Klassenerhalt feierten, mussten die Cuxhavener diese bittere Niederlage verdauen. Nach nur einem Jahr geht es im Jahr 2012 direkt in der Landesliga weiter. Und es wird weitergehen. "Wir wussten von Beginn an, dass es eine schwere Saison werden wird. Mit unserer Philosophie, keine ausländischen ATP-Spieler einzukaufen und die eigenen Talente zu fördern, sind wir in der Landesliga gut aufgehoben. Wir werden aber nächste Saison erneut in der Landesliga angreifen - in derselben Besetzung", so Mannschaftsführer Kai Mangels. Dabei wurde in den beiden unglücklichen 4:5-Niederlagen gegen Bremen Ost und in Rotenburg deutlich, dass beide Teams jeweils auf die Leistungen eines eingekauften Spitzenspielers aus Griechenland bzw. Italien setzt. Dennoch blickt die Mannschaft auf eine spannende Saison und ein tolles Erlebnis in der Oberliga zurück. Und wer die Mannschaft in den Spielen beobachtet hat, der weiß, dass man im nächsten Jahr in der Landesliga erneut mit Spaß, Engagement und Freude am Sport begeistern wird.
SW-Herren feiern sensationellen 4:2-Auswärtssieg bei Werder Bremen
SWen machen großen Schritt Richtung Klassenerhalt / Dramatischer Punktspieltag
km.- Am vergangenen Sonntag stand für die Oberliga-Herren des SC Schwarz-Weiß Cuxhaven nur eine kurze Auswärtsfahrt auf dem Programm. Gegner im dritten Oberliga-Spiel war die Mannschaft vom TV Werder Bremen. In einem spannenden und dramatischen Punktspiel siegten die Cuxhavener überraschend mit 4:2 und machten damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.
Nach der 0:6-Heimniederlage gegen Rotenburg wollten sich die SWen in Bremen deutlich besser präsentieren. Die knappe 2:4-Niederlage der Werderaner gegen Rotenburg in der Woche zuvor ließ jedoch erahnen, dass der Gastgeber aus Bremen ein starkes Team beisammen hat. Mit 3:3-Punkten aus drei Spielen wollten auch die Bremer unbedingt den zweiten Saisonsieg feiern, um das Abstiegsgespenst zu vertreiben. Unterstützt von den zahlreichen mitgereisten Zuschauern - die Halle präsentierte sich in Schwarz-Weißer-Hand - startete die erste Runde mit Daniel Reiß und Marcel Kolbenstetter. Die Bremer traten in derselben Formation wie bei der knappen Niederlage gegen Rotenburg an. Daniel Reiß traf an Position zwei auf den aufschlagstarken Denis Mujagic. Und das Spiel schien eine Kopie des letzten Einzelauftritts von Reiß zu werden. Druckvolle Ballwechsel, Break-Chancen auf beiden Seiten - jedoch die entscheidenden Punkte macht der Werderaner, sodass Reiß den ersten Satz mit 3:6 abgeben musste. Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Reiß zum Satzende mit unglaublichen Returnwinnern mit 7:5 den Satzausgleich herstellen konnte. Im dritten und entscheidenden Satz brachten beide Spieler souverän ihre Aufschlagspiele durch. Beim Stand von 5:5 konnte Reiß nerven- und spielstark mehrere Breakbälle seines Gegners abwehren, um anschließend selbst das Break zum vielumjubelten 3:6,7:5,7:5-Sieg zu machen. Gerade im dritten Satz präsentierte sich der Cuxhavener in toller Verfassung und verdiente sich Bestnoten. Parallel traf Kolbenstetter auf Christoph Bedürftig. In einem offenen Spiel konnte Kolbenstetter erneut seinen Entwicklungsprozess unter Beweis stellen. Wie schon am ersten Spieltag in Lingen spielte Kolbenstetter cleveres Tennis, wartete auf die Fehler seines Gegners und überzeugte mit starkem Aufschlag. Am Ende siegte der Schwarz-Weiße nach toller Leistung mit 6:4,7:6, wobei der Tiebreak nervenstark mit 7:1 an den Youngstar ging. Somit gingen die Cuxhavener mit einem 2:0 in die zweite Einzelrunde. Hier traf Kai Mangels auf den routinierten Stefan Hahn. Gehandicapt von der Handgelenksverletzung bekam Mangels keine Ruhe in sein Spiel und suchte zur Verkürzung der Ballwechsel die schnelle Entscheidung. Trotz großen Kampfes blieb Mangels unter seinen Möglichkeiten und unterlag mit 4:6,3:6. Mit Spannung erwartet die Mannschaft nun die Ergebnisse der Kernspintomographie des Handgelenks. Es bleibt ungewiss, ob Mangels in dieser Saison noch einmal auflaufen wird. Nun lag es an Spitzenspieler Christian Winter, die Führung auf 3:1 auszubauen. Gegen den bis dato ungeschlagenen Alexander Kissel, der u.a. auch den Rotenburger Barautzki geschlagen hatte, musste Winter sein bestes Tennis aufbieten. Nach frühem Rückstand fand Winter das richtige Mittel gegen die harten Aufschläge seines Gegners und holte sich sensationell den ersten Satz mit 6:3. Als alles nach einem Zweisatzsieg des Cuxhaveners aussah, konnte Kissel gegen Ende des zweiten Satzes deutlich zulegen, sodass dieser mit 5:7 an die Bremer ging. Doch Winter glaubte weiterhin an seine Chance, kämpfte um jeden Punkt und sicherte sich Mitte des dritten Satzes das vielumjubelte Break. Trotz Abwehr mehrerer Breakbälle servierte Winter den Vorsprung souverän über die Ziellinie und verwandelte seinen ersten Matchball zum starken 6:3,5:7,6:4-Erfolg. Somit fehlte den Cuxhavenern noch ein Punkt aus den Doppeln zum sensationellen Auswärtssieg. Aufgrund der Verletzung von Mangels musste erneut das Doppel Winter/Reiß den entscheidenden Punkt holen. Gegen die Paarung Kissel/Bedürftig spielten sich die Schwarz-Weißen schnell in einen wahren Rausch und holten sich den ersten Durchgang mit 6:1. Nach zwei überraschenden Aufschlagverlusten von Reiß ging der zweite Satz überraschend deutlich mit 3:6 an die Bremer, sodass erneut der dritte Satz die Entscheidung bringen musste. Doch dritte Sätze waren an diesem Tag eine Spezialität von Winter und Reiß. Unglaublich nervenstark und mit dem absoluten Siegeswillen ausgestattet gaben die Schwarz-Weißen kein Spiel mehr ab und siegten mit 6:1,3:6,6:0. Danach kannte der Jubel bei der Mannschaft und dem mitgereisten Anhang keine Grenzen mehr. Mannschaftsführer Kai Mangels zeigte sich nach Spielende überglücklich: "Ich kann der Mannschaft aktuell aufgrund der Verletzung nicht helfen, aber Christian, Daniel und Marcel haben sensationell gespielt. Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft." Damit haben die Schwarz-Weißen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Mit aktuell 4:2-Punkten kann die Mannschaft etwas beruhigte in die kommenden Spiele gehen. Aus den letzten drei Spielen sollte aber mindestens noch ein Remis folgen, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. Während die Cuxhavener den Sieg feierten, stehen die Bremer aktuell mit dem Rücken zur Wand. Als während der Doppel kurzzeitig die Deckenbeleuchtung ausfiel, hörte man die ersten Zuschauer sagen, dass beim TV Werder Bremen nach dieser Niederlage die Lichter ausgehen!